Glossar · Softwareentwicklung
MVP (Minimum Viable Product)
Ein MVP (Minimum Viable Product) ist die erste, bewusst auf den Kern reduzierte Version einer Software, die genau die wichtigsten Funktionen enthält, um echten Nutzen zu liefern und am Markt getestet zu werden. Statt von Anfang an alle Wünsche umzusetzen, wird zuerst das Wesentliche gebaut und anhand von echtem Feedback weiterentwickelt. Das senkt Kosten und Risiko, weil man früh erkennt, was tatsächlich gebraucht wird, bevor weiter investiert wird.
Ein Beispiel
Ein Handwerksbetrieb will seine Zettelwirtschaft bei der Auftragsannahme ablösen. Statt sofort ein System mit Lagerverwaltung, Zeiterfassung und Kundenportal zu beauftragen, startet er mit einer schlanken Version, die nur Aufträge erfasst und den Monteuren zuweist. Nach einigen Wochen echter Nutzung zeigt sich, was wirklich fehlt – und was von der ursprünglichen Wunschliste niemand vermisst hat.
Wann ist das für Sie relevant?
Der MVP-Ansatz passt immer dann, wenn eine Software-Idee auf ungesichertem Bedarf beruht – also bei fast jedem neuen Werkzeug, das Abläufe verändern soll. Die Stolperfalle liegt im Missverständnis: MVP heißt bewusst reduziert, nicht halbfertig. Der kleine Funktionskern muss zuverlässig laufen, sonst testet man nicht die Idee, sondern nur die Geduld der Nutzer. Und: Ein MVP ist ein Startpunkt – Budget für die Weiterentwicklung nach dem Feedback gehört von Anfang an in die Planung.
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Patrick Hilker
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