Die wenigsten merken es selbst zuerst. Meist ruft ein Kunde an, weil die Seite auf etwas Fremdes umleitet, oder der Browser zeigt Besuchern eine rote Warnseite. Manchmal kommt die Nachricht auch vom Hoster, weil von Ihrem Paket aus Spam verschickt wird.
Typische Anzeichen für eine gehackte Website
- Weiterleitung auf fremde Seiten: Besucher landen auf Werbung, Glücksspiel oder Schlimmerem – oft nur vom Handy aus oder nur, wenn sie über Google kommen.
- Warnung im Browser oder in der Suche: „Die Website enthält Schadprogramme" oder ein Hinweis in der Google Search Console.
- Fremde Inhalte: Unterseiten, die niemand angelegt hat, häufig in fremder Sprache und für Suchmaschinen gebaut.
- Login funktioniert nicht mehr: Das eigene Konto ist weg oder das Passwort wurde geändert.
- Post vom Hoster: Warnung wegen Spam-Versand oder ein gesperrtes Paket – dann führt der Weg über Website vom Hoster gesperrt, weil dort zusätzlich der Nachweis für die Freigabe zählt.
Trifft eines davon zu, zählt vor allem die Reihenfolge: erst den Schaden stoppen, dann verstehen, was passiert ist, dann bereinigen. Wer zuerst Dateien löscht, vernichtet genau die Spuren, die zeigen, wie jemand hereingekommen ist – und dann steht das Tor beim nächsten Mal wieder offen. Was Sie selbst tun können, bevor ich dran bin, steht im Artikel Website gehackt – was jetzt zu tun ist.
Warum die Lücke wichtiger ist als der Schadcode
Schadcode zu entfernen ist der sichtbare Teil und der kleinere. Entscheidend ist, wodurch jemand hereingekommen ist: ein Redaktionssystem, das seit Monaten kein Update gesehen hat, eine Erweiterung mit bekannter Schwachstelle, ein Passwort aus einem fremden Datenleck oder ein Zugang, den noch jemand hat, an den niemand mehr denkt. Bleibt das offen, ist die Seite in wenigen Wochen wieder betroffen – und beim zweiten Mal reagiert Google schneller und härter.
Deshalb gehört zur Bereinigung immer beides: sauber machen und abdichten. Und deshalb empfehle ich danach laufende Website-Pflege – nicht als Zusatzverkauf, sondern weil ein einmaliger Einsatz das Problem behebt und nicht die Ursache. Wenn Sie ohnehin gerade überlegen, den Betreuer zu wechseln, ist der Weg über die geordnete Übernahme der ruhigere.
Läuft Ihre Seite mit WordPress – was bei den meisten Fällen zutrifft, die bei mir ankommen –, finden Sie die Besonderheiten dort auf der Seite WordPress gehackt. Leitet die Seite Besucher auf Spam um, beschreibt Spam-Weiterleitung stoppen genau diesen Fall.