Wissen · Websites
Domain umgezogen, Website oder E-Mails weg: Woran es liegt – und wie man es behebt
Warum nach einem Domain- oder Anbieterwechsel die Website plötzlich offline ist oder E-Mails nicht mehr ankommen, wie man die Ursache eingrenzt und welche DNS- und MX-Einträge nachgezogen werden müssen.
Ein Domain- oder Anbieterumzug soll eigentlich unbemerkt über die Bühne gehen – am Ende zeigt dieselbe Adresse dieselbe Seite, Mails laufen weiter wie zuvor. In der Praxis ist nach der Umstellung aber oft die Website nicht mehr erreichbar oder Mails kommen nicht mehr an. Meist steckt ein vergessener DNS- oder MX-Eintrag dahinter, der beim Umzug nicht mitgenommen wurde. Wir erklären, warum das passiert und wie man es Schritt für Schritt wieder in Ordnung bringt.
Warum nach einem Umzug etwas fehlt
Wohin eine Domain zeigt, steuern ihre DNS-Einträge – für die Website, für die Mail, für alles. Diese Einträge liegen bei dem Anbieter, dessen Nameserver für die Domain zuständig sind. Und genau hier passiert das Missverständnis:
- Der Nameserver-Wechsel setzt die Einträge zurück. Zeigt die Domain plötzlich auf die Nameserver des neuen Anbieters, gelten nur noch die Einträge, die dort hinterlegt sind. Alle bisherigen A-, CNAME- und MX-Einträge vom alten Anbieter werden dadurch nicht automatisch übernommen – sie müssen beim neuen manuell nachgetragen werden.
- Nicht jeder Umzug ist gleich. Zieht nur die Domain um, das Hosting bleibt beim alten Anbieter, müssen die Einträge weiter auf den alten Server zeigen. Zieht beides um, ändert sich mehr auf einmal – und mehr kann vergessen werden.
- Propagation braucht Zeit. Änderungen an DNS-Einträgen sind nicht sofort überall sichtbar. In der Übergangszeit sehen manche Besucher noch die alte Adresse, andere schon die neue – das erklärt, warum die Seite „bei manchen geht und bei manchen nicht”.
Website weg – was zuerst prüfen
Ist die Seite nach dem Umzug nicht erreichbar, geht man am besten von außen nach innen vor:
- Nameserver: Zeigt die Domain überhaupt auf die richtigen Nameserver? Solange hier die alten stehen, greifen alle Änderungen beim neuen Anbieter ins Leere.
- A- und CNAME-Einträge: Der A-Eintrag verweist die Domain auf die IP-Adresse des Webservers, ein CNAME auf einen anderen Hostnamen. Fehlt der Eintrag oder zeigt er noch auf den alten Server, lädt die Seite nicht.
- www und ohne www: Häufig ist nur eine der beiden Varianten eingetragen. Dann geht
example.de, aberwww.example.denicht – oder umgekehrt. - Propagation: Wurde alles gerade erst geändert, kann es schlicht noch nicht überall angekommen sein. Mehr dazu weiter unten.
Wie A-, CNAME- und andere Einträge zusammenspielen, erklärt unsere Übersicht zu DNS-Einträgen.
Keine Lust, DNS- und MX-Einträge selbst zu sortieren? Wir setzen sie nach dem Umzug korrekt – zum Festpreis, geprüft mit Test.
Mehr erfahrenE-Mails weg – was zuerst prüfen
Läuft die Website wieder, die Mails aber nicht, liegt es fast immer an anderen Einträgen als bei der Website:
- MX-Einträge: Sie legen fest, welcher Server eingehende Post für Ihre Domain annimmt. Fehlen sie oder zeigen sie nach dem Umzug noch auf den alten Mailserver, kommt nichts mehr an.
- SPF, DKIM und DMARC neu setzen: Diese Einträge belegen, dass Ihr Versanddienst für die Domain senden darf und die Mail echt ist. Bei einem Nameserver-Wechsel fallen sie weg und müssen neu hinterlegt werden – sonst landen ausgehende Mails im Spam oder werden abgelehnt.
- Postfächer und Autodiscover: Beim Anbieterwechsel ändern sich oft auch die Server-Adressen für Postausgang und -eingang. Programme wie Outlook müssen dann neu eingerichtet werden.
Warum SPF, DKIM und DMARC über die Zustellung entscheiden, steht ausführlich in E-Mails kommen nicht an.
Wie lange es dauert
Änderungen an DNS-Einträgen wirken nicht sofort. Jeder Eintrag hat eine TTL (Time to live) – eine Zeitspanne, für die Server und Provider die alte Antwort zwischenspeichern, bevor sie neu nachfragen. Bis eine Änderung wirklich überall angekommen ist (die sogenannte Propagation), können je nach TTL einige Stunden vergehen. In dieser Übergangszeit sind gemischte Ergebnisse normal.
Wichtig ist deshalb, nicht vorschnell weiterzudrehen: Wer alle paar Minuten einen weiteren Eintrag ändert, weil „es immer noch nicht geht”, verschlimmert die Lage oft, obwohl die erste Änderung schon richtig war. Warum eine Änderung scheinbar nicht wirkt und wann man wirklich nachbessern sollte, erklären wir in DNS-Änderung wirkt nicht.
Wenn es schnell gehen soll
Ein Umzug ist genau die Art Umstellung, bei der ein einzelner fehlender Eintrag reicht, damit Seite oder Mail ausfallen – und leicht zu übersehen, wenn man selten damit zu tun hat. Sagen Sie uns Ihre Domain sowie alten und neuen Anbieter, dann gleichen wir die Einträge ab, tragen Fehlendes nach und prüfen das Ergebnis. Für die Domain geht das als Hosting-Quickfix zum Festpreis, für die Mail über die Mail-Variante.
Wenn ohnehin ein Anbieterwechsel ansteht, lohnt es sich, ihn von Anfang an sauber zu planen – siehe Website-Anbieter wechseln und für WordPress-Seiten WordPress-Website umziehen.
Fazit
Nach einem Domain- oder Anbieterumzug fehlt selten „alles” – meist ist es ein einzelner Eintrag, der nicht mitgezogen wurde: ein A-Eintrag für die Website, ein MX-Eintrag für die Mail, dazu SPF, DKIM und DMARC, die neu gesetzt werden wollen. Wer die Nameserver, die richtigen Einträge und die Propagationszeit im Blick behält, bekommt beides zuverlässig wieder ans Netz.
Mehr zum Thema in unseren Hosting-Wissen-Übersichten und rund ums Hosting. Wenn nach Ihrem Umzug die Seite oder die Mails fehlen: Schicken Sie uns Ihre Domain – wir schauen es uns an. Den Kontakt finden Sie über unser Kontaktformular.
